1. Runde LL ESV Eberswalde I – Potsdamer SV Mitte I 5 – 3

Fehlstart in der Landesliga 2016/17  Eberswalde – PSV I  5 : 3
Nachdem es im vorigen Jahr in der 3. Runde am Ende noch 4,5:3,5 hieß, musste unsere 1. Mannschaft diesmal gleich zu Beginn der Saison erneut nach Eberswalde fahren. Wir waren vollzählig in Bestbesetzung angetreten, bei Eberswalde fehlte W. Müller an Brett 3. Möglich, dass sich dadurch so mancher von uns auf den falschen Gegner vorbereitet hatte. Mir erging es jedenfalls so. Der Wettkampf war wieder außerordentlich spannend und erbittert, an einigen Brettern dann auch dramatisch, mit Glück und Pech, je nach Betrachtungsweise.
Zur zeitlichen Abfolge:
Am 1. Brett konnte Heiko Schäfer mit Weiß gegen das Jungtalent Maximilian Mätzkow einen Vorteil im Mittelspiel erzielen. Der erhoffte Durchbruch gelang aber nicht, das Remis um 12:00 Uhr ging in Ordnung. An Brett 5 hatte Hans Rackowiak keine Chance gegen den königsindischen Angriff des starken Bernd Neubauer. Ohne jegliches Gegenspiel ging die Partie trotz zäher Verteidigung bald zu Ende. Zwar konnte Hans noch die angreifenden schwarzen Figuren abtauschen, einen Qualitätsverlust mit anschließend aufgabereifer Stellung konnte er aber nicht mehr verhindern. 12:45 Uhr – Eberswalde liegt vorn. Derweil zogen über der schwarzen Königsstellung von Helmut Pönisch an Brett 8 dunkle Gewitterwolken auf. Es drohten durchschlagende Opfer, offene h-Linie und ein schneller Sieg seines Gegners D. Zoll. Der aber traute sich nicht so recht und begnügte sich nach einem Springeropfer mit Zugwiederholung (Damenschachs auf der h-Linie). Alternativ drohte „Überziehen“ und Sieg von Helmut.

Die Partie von Detlef Eplinius am Brett 7 zählt wohl zu den dramatischsten überhaupt in der letzten Zeit! Detlef hatte mit der Englischen Eröffnung einen klaren Stellungsvorteil erreicht. Da erhob er seine auf b7 stehende Dame, um endgültig den gegnerischen König auf f8 mittels Df7 mattzusetzen. Nur schade: Er hatte übersehen, dass sein Gegner mittels Tg8 seinem König auf g1 gerade Schach geboten hatte. Tja, nun hatte er die Dame in der Hand, konnte sie nur noch ohne jegliche Kompensation auf g7 opfern. Folglich Aufgabe, um 13:30 Uhr führte Eberswalde mit 2 Punkten.

An Brett 6 gelang Steven Grigoleit in möglicherweise bedenklicher Stellung dann ein Sieg gegen D. Tesch. Es drohte von Weiß immer ‚mal ein Grundlinienmatt, aber Steven verteidigte sich umsichtig und der Gegner patzte dann auch im Gefühl des sicheren Sieges prompt. 13:35 Uhr, noch ein Punkt Rückstand. Carsten Kühne konnte mit Weiß gegen T. Jesse Stellungsvorteil erzielen, kam aber irgendwie nicht weiter. Ein Läuferendspiel mit je 5 Bauern brachten die Kontrahenten dann sehr korrekt zum Remis. Da es am 2. Brett (Kristof Illner gegen Hardy Sydow) ähnlich aussah (Läuferendspiel ohne Siegchancen), musste Adrian nun unbedingt gewinnen, um zumindest das Unentschieden im Mannschaftskampf zu sichern.  Mit Schwarz sah er da auch gut aus, konnte seinem Gegner St. Modrow bei dessen Zeitnot auch 2 Bauern abnehmen. Das Endspiel T-L-L gegen T-L-S war damit aber immer noch schwer für ihn zum Sieg zu führen. Adrian „löste“ das Problem, indem er einzügig seinen Turm einstellte. Die Schrecksekunde nach 63….Ta5 64.Lxa5 möchte bestimmt niemand von uns selbst erleben. Aber so ist nun einmal im Schach, Fehler gehören dazu. Und Adrian hat die Zukunft noch vor sich. Vielleicht muss man solch einen Fehler einfach ‚mal machen, um ihn nie wieder zu wiederholen! 15:30 Uhr, der Sieg von Eberswalde stand fest.
Um 15:45 Uhr einigten sich dann die Gegner an Brett 2 endlich auf Remis. Dabei hatte Kristof nach der bei ihm üblichen riskanten Eröffnung einen Bauern verloren, sich dann aber sehr umsichtig verteidigt. Zusammenfassend möchte ich feststellen: Eberswalde war an diesem Tag einfach besser (5. Brett – Hans) bzw. vor allem mit mehr Glück bedacht (Brett 4 – Adrian, Brett 7 – Detlef). Das Ergebnis hätte auch für uns 5:3 lauten können. Aber „hätte“ ist Konjunktiv, zählt real leider nicht.

Bericht von Hans Rackowiak (Mannschaftsleiter)

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2 Kommentare zu 1. Runde LL ESV Eberswalde I – Potsdamer SV Mitte I 5 – 3

  1. Kristof sagt:

    Man könnte jetzt darüber sinnieren, ob Eberswalde besser war, wenn es zwei faktische Verluststellungen einzügig gewann. Muss man aber nicht ….
    Es bleibt dabei – ein Fehlstart für PSV I !
    Kristof

    PS: „Läuferendspiel ohne Siegschancen“? Der Computer gibt am Ende Recht, doch er sitzt (bei mir) nicht am Brett. Es waren gleichfarbige Läufer und ich konnte den gegnerischen Bauern auf das entsprechende Feld zwingen. Hier muss man versuchen, den Gegner zu überrumpeln. Anders gelingen Siege ohnenhin nicht 🙂

  2. Helmut Pönisch sagt:

    Sicher habe ich Herrn Zoll geglaubt, dass er mich auf der h-Linie ins Matt treiben wird und war mit Remis nach Dauerschach auch zufrieden. Jedoch übersah ich einen einfachen Tempogewinn im 19. Zug, statt Kg7 war Kg8 ein Gewinnzug, ich konnte nach Zwischenschach auf f4 mit dem Läufer mir den Platz für den König schaffen, um über Kf8 usw. zu entwischen. Schade, aber so was passiert eben.
    Helmut

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