LK Nord PSV I – SC Rathenow 5 – 3

  1. Runde Landesklasse Nord 11.02.2018 PSV I gegen SC Rathenow

Der SC Rathenow mit bisher erst einem Sieg in der Vorrunde gegen Kirchmöser galt vor Wettkampfbeginn als Außenseiter. Die Durchschnittswertzahl von 1712 reichte nicht annähernd an unsere 1888 heran. Trotzdem war es ein schwer erkämpfter Sieg, der erst nach 4 Stunden und 40 Minuten feststand. Da ich diesmal etwas mehr Zeit hatte, die Partien zu verfolgen, konnte ich einen „Ticker“ mitschreiben. Ich hoffe, der Leser hat Spaß dabei und die Wettkampfsituation wird dadurch nacherlebbar.

11.30

An allen Brettern nichts los, keine Vorteile für irgendjemanden zu erkennen.

 

11.40

Der Gegner von Hans, erstmals eingesetzt, bietet remis an. Hans fragt mich, ich bat ihn, noch weiterzuspielen.

 

11.50

Mein Gegner lässt einen Bauern stehen und verliert im Anschluss seinen Springer. Böser Patzer. Er spielt nach reiflicher Überlegung nicht weiter und gibt folgerichtig auf. 1:0.

 

12.15

Micha an Brett 8 steht immer besser und startet einen Königsangriff mit offener g-Linie und gegensätzlicher Rochade. Kristof, Carsten und Steven haben wohl jeder einen Bauern mehr.

 

12.45

Steven gewinnt den Bauern doch nicht, entwickelt aber dafür enormen Druck auf der c-Linie mit gutem Figurenspiel. Carsten sieht sich Mattdrohungen ausgesetzt, trotz dreier verbundener Freibauern am Damenflügel. Micha hat jetzt eine Figur gegen zwei Bauern.

 

13.10

Steven hat einen Läufer mehr. Kristof`s Gegner gibt mit zwei Minusbauern im Endspiel auf. Hans nimmt das erneute Remisangebot an. 2,5:0,5. Carsten`s Gegner verspekuliert sich und liegt eine Qualität zurück. Heiko`s Gegner nimmt ein Springeropfer nicht an und hat einen Bauern weniger.

 

13.15

Steven`s Gegner gibt auf. 3,5:0,5. Adrian beginnt, seine Stellung schrittweise zu verbessern.

 

13.20

Micha steht auf Sieg, hat aber nur noch 2 Minuten für 5 Züge – und schafft die 40 Züge in der Zeit.

 

13.35

Carsten hat Ideen und immer noch eine Qualität mehr.

 

13.40

Kristof zu Heiko`s Partie: 28. Txh4 mit Mattangriff, 29. Lxf4 mit Mattangriff

 

13.42

Heiko gewinnt mit einer Springergabel eine Qualität.

13.43

Micha hat eine Remisschaukel (Läufer und Dame) auf dem Brett und sollte das eigentlich auch nutzen, entscheidet sich aber für einen Qualitätsgewinn und nimmt dadurch einen Gegenangriff seines Gegners in Kauf.

 

13.50

Zeitnot bei Carsten, Heiko und Adrian`s Gegner, alle schaffen aber die Zeitkontrolle im 40.Zug.

 

13.55

Micha schafft doch noch das Dauerschach. 4:1.

 

14.00

Adrian`s Gegner schafft den 40. Zug 4 Sekunden vor der Zeitüberschreitung.

 

14.05

Kristof: sieht Adrian Lh3? Ja.

 

14.15

Adrian hat dadurch einen Mehrbauern. Heiko gerät in Schwierigkeiten, trotz Qualitätsvorsprung. Hat er den Freibauern auf der e-Linie unterschätzt?

 

14.25

Ich konnte Carsten zuraunen, dass ein Remis reichen würde. Heiko muss seinen Turm für den Umwandlungsbauern auf der e-Linie geben – bleiben noch 2 Bauern mehr gegen den gegnerischen Läufer, aber auch ein weiterer, näher am Umwandlungsfeld stehender Bauer seines Gegners.

 

14.30

Um den Druck von Adrian zu nehmen, sagte ich ihm, dass ein Remis in seinem Turmendspiel mit einem Bauern mehr uns zum Sieg reichen würde. Adrian war aber zu siegesgewiss und schaute mich nur ungläubig an. Hat Heiko den Damentausch auf d4 übersehen?

 

14.35

Heiko gibt auf. 4:2. Carsten gibt auf. Hier war der Springer eindeutig stärker als der Turm. 4:3.

 

14.40

Adrian gewinnt das Turmendspiel. 6.Sieg im 6.Spiel!! 5:3.

 

Damit sind wir verlustpunktfrei mit 1,5 Brettpunkten vor Oranienburg II, die auch alle 6 Runden gewonnen haben. Das nächste Auswärtsspiel am 25.02. in Nauen (Drittplatzierter mit 9:3 Mannschaftspunkten) wird wohl darüber entscheiden, ob es in der letzten Runde gegen Oranienburg am 15.04. noch schwer oder sehr schwer wird, wenn es um den Aufstieg geht.

 

Helmut Pönisch

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu LK Nord PSV I – SC Rathenow 5 – 3

  1. Sebastian Schmidt-Schäffer sagt:

    Hallo liebe Potsdamer Schachfreunde,

    probiert mal eure Aufgabe zu lösen, diese ist falsch (Jussupow-Rubinetti Toluca 1982 vom 11.05.). Schwarzer Turm steht auf e8, nicht auf f8! Lösung auch Dh6 dann…

    Viele Schachgrüße

    Sebastian Schmidt-Schäffer

    • Anonymous sagt:

      Hallo,

      es handelt sich hier um eine mögliche Variante aus der Partie Jussupow- Rubinetti. In der Partie stand der Turm auf e8 und wurde mit 24. … Da7-Db8 überdeckt.
      In der Aufgabe ist eine mögliche Zugfolge nach 24. … Te8-f8 aufgeführt.
      Falls 5. Dh6 gemeint ist, funktioniert dieser Zug wegen Tf7 nicht. Dg4 ist hier Pflicht, wegen der Doppeldrohung Dg7 und Dg8 matt und Schwarz kann nur eine Drohung abwehren.

      • Sebastian Schmidt-Schäffer sagt:

        Nun, die haben das wohl zwischenzeitlich korrigiert… als ich die Aufgabe lösen wollte, stand die Dame noch auf b8 und der Turm auf f8… Da bin ich fast sicher, denn sonst hätte ich das schon gesehen denke ich, insbesondere nach dem einleitenden Opfer 🙂 Dachte nämlich schon, ich könnte gar nicht mehr schachspielen… Warum die da übrigens eine Variante angeben? So ist die Aufgabe ja recht einfach.

  2. Rackowiak sagt:

    Nun haben wir als 4. Manschaft am 24.03. eine knappe Niederlage gegen Marzahna erlebt. Kein Problem, so richtig geht es ja um nichts. Aber: Alle Spieler der Mannschaft haben das Angreifen verlernt oder vergessen! Man baut sich gut auf, sichert alles ab und wartet dann. Niemand greift an, macht ‚mal einen riskanten Zug, ergreift die Initiative. So wird aus einer meist anfangs besseren Stellung schnell ein Ausgleich und dann der Kampf um das Remis. Ich möchte hier niemandem persönlich zunahe treten, das liegt mir wirklich fern. Aber z. B. Horst Hallng und Klim Pak wissen, was ich meine. Sie können mehr, können besser spielen. Aber diese allgemeine Vorsicht und Befangenheit lähmt regelrecht. Vielleicht sollte der Eine oder Andere in den letzten 3 Runden (gegen die Führenden) doch ‚mal etwas probieren, ‚mal Brücken hinter sich abbrechen. Wenn es gelingt, stärkt es das Selbstvertrauen. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter. Wir spielen nicht in der Bundesliga oder um den WM-Titel, sondern, um Freude am Schachspielen zu haben! Und ohne Angriff kann man nun einmal nicht gewinnen. Für die 3 letzten Runden wünsche ich allen viel Erfolg, gern auch wieder mit meiner Unterstützung als Ersatzspieler!

  3. Rackowiak, Hans sagt:

    Und nebenan ging unsere 3. Mannschaft, an 3 Brettern nicht besetzt, mit 0:8 gegen Empor Potsdam unter. Zuhause! Ein Skandal, meine ich! Die 2. hat nun eigentlich auch keine Ambitionen nach oben mehr. Vielleicht sollte man nun die 3. für den Rest der Saison nicht immer „ausdünnen“, sondern, wo es geht, verstärken. Auch wenn sie nicht absteigen kann, hat das doch auch etwas mit der Moral der dort noch Spielenden zu tun! Und mit dem Sinn, sich sonntags überhaupt noch ans Brett zu setzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.